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Zoho & CRM 10 Min. Lesezeit

Zoho Desk einrichten: Professionelles Kundenservice-Ticketing für KMU

Kundenservice ist kein Kostenfaktor, sondern ein Wettbewerbsvorteil. In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Zoho Desk als professionelles Ticketing-System einrichtest – von der Grundkonfiguration über SLAs und Automatisierungen bis zur CRM-Integration.

Warum strukturierter Kundenservice ein Wettbewerbsvorteil ist

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen läuft der Kundenservice noch immer über ein gemeinsames E-Mail-Postfach, über das sich drei Kolleginnen irgendwie koordinieren. Anfragen gehen unter, Antworten kommen doppelt, und niemand weiß so richtig, wer wofür zuständig ist. Das Ergebnis: frustrierte Kunden, gestresste Mitarbeiter und verpasste Chancen.

Dabei ist professioneller Kundenservice für KMU heute wichtiger denn je. Studien zeigen, dass über 80 Prozent der Kunden nach einer schlechten Service-Erfahrung zur Konkurrenz wechseln. Gleichzeitig sind zufriedene Kunden die beste Wachstumsquelle: Sie kaufen mehr, bleiben länger und empfehlen dich weiter. Ein strukturiertes Ticketing-System ist die Grundlage dafür – und Zoho Desk ist eine der besten Lösungen für KMU, die bereits im Zoho-Ökosystem unterwegs sind oder den Einstieg planen.

In diesem Artikel gehe ich mit dir durch das komplette Setup von Zoho Desk. Nicht oberflächlich, sondern so, wie ich es auch bei meinen Kundenprojekten mache: von der Grundstruktur über die Feinabstimmung bis hin zu den Automatisierungen, die dir im Tagesgeschäft wirklich Zeit sparen.

Zoho Desk im Überblick: Was kann die Plattform?

Zoho Desk ist die Helpdesk- und Kundenservice-Software innerhalb des Zoho-Ökosystems. Die Plattform ist darauf ausgelegt, Support-Anfragen aus verschiedenen Kanälen zentral zu erfassen, intelligent zu verteilen und effizient abzuarbeiten. Im Kern bietet Zoho Desk folgende Funktionen:

  • Multichannel-Ticketing: E-Mail, Telefon, Webformulare, Social Media, Live-Chat und Messaging – alle Anfragen landen als Tickets in einer zentralen Oberfläche.
  • Automatisierungen: Von der automatischen Ticket-Zuweisung über Eskalationsregeln bis hin zu Workflow-Automatisierungen, die dir manuelle Routinearbeit abnehmen.
  • SLA-Management: Definiere verbindliche Reaktions- und Lösungszeiten und lass dich automatisch warnen, bevor Fristen ablaufen.
  • Knowledge Base: Baue ein Self-Service-Portal auf, in dem Kunden Antworten auf häufige Fragen selbst finden können.
  • Reporting und Analytics: Umfassende Dashboards zu Response Times, Agent Productivity, Customer Satisfaction und mehr.
  • CRM-Integration: Native Verbindung zu Zoho CRM, sodass du im Ticket sofort den kompletten Kundenkontext siehst.

Zoho Desk gibt es in drei Editionen: Standard, Professional und Enterprise. Für die meisten KMU ist die Professional-Edition der Sweet Spot – sie bietet SLA-Management, Round-Robin-Zuweisung und die CRM-Integration, ohne gleich Enterprise-Preise zu verlangen.

Grundeinrichtung: Die Basis richtig legen

Abteilungen und Teams anlegen

Der erste Schritt in Zoho Desk ist die Strukturierung deiner Support-Organisation. Abteilungen (Departments) sind die oberste Ebene: Sie trennen grundlegend verschiedene Support-Bereiche voneinander. Ein typisches Setup für ein KMU könnte so aussehen:

  • Allgemeiner Support: Für allgemeine Kundenanfragen, Bestellungen, Rechnungsfragen
  • Technischer Support: Für produktspezifische technische Probleme
  • Vertrieb: Für Anfragen von Interessenten, die über Support-Kanäle reinkommen

Innerhalb der Abteilungen kannst du Teams bilden. Teams sind Gruppen von Agenten, die gemeinsam an bestimmten Themen arbeiten. Zum Beispiel könnte das Team "Onboarding" innerhalb des Allgemeinen Supports alle Anfragen von Neukunden bearbeiten, während das Team "Bestandskunden" sich um laufende Anliegen kümmert.

Praxis-Tipp: Starte mit wenigen Abteilungen. Viele KMU brauchen am Anfang nur eine einzige Abteilung. Zu viele Abteilungen erzeugen Komplexität bei der Kanalzuordnung und den Automatisierungen. Du kannst später jederzeit weitere hinzufügen.

Support-Kanäle einrichten

Der Kern eines Ticketing-Systems ist die zentrale Erfassung aller Kundenanfragen – unabhängig davon, über welchen Kanal sie eingehen. In Zoho Desk richtest du die folgenden Kanäle ein:

E-Mail: Der wichtigste Kanal für die meisten KMU. Du hinterlegst deine Support-E-Mail-Adresse (z. B. support@deinefirma.de) in Zoho Desk. Jede eingehende E-Mail wird automatisch als Ticket erfasst. Antworten der Agenten gehen als normale E-Mails zurück an den Kunden – der merkt also gar nicht, dass im Hintergrund ein Ticketing-System arbeitet.

Webformular: Du kannst ein Kontaktformular direkt in deine Website einbetten. Das hat den Vorteil, dass du die Felder kontrollierst: Du kannst zum Beispiel eine Kategorie-Auswahl oder eine Priorität abfragen, was die automatische Zuordnung erleichtert.

Social Media: Zoho Desk kann Facebook- und Twitter-Nachrichten als Tickets erfassen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du über Social Media regelmäßig Support-Anfragen bekommst.

Live-Chat: Mit Zoho SalesIQ (das nahtlos in Zoho Desk integriert ist) kannst du einen Live-Chat auf deiner Website anbieten. Chat-Konversationen können bei Bedarf automatisch in Tickets umgewandelt werden, wenn das Anliegen nicht sofort gelöst wird.

E-Mail-Alias konfigurieren

Ein oft übersehener, aber wichtiger Schritt: Richte E-Mail-Aliase ein, um eingehende Anfragen automatisch der richtigen Abteilung zuzuordnen. Beispiel:

  • support@deinefirma.de landet im Allgemeinen Support
  • technik@deinefirma.de landet im Technischen Support
  • billing@deinefirma.de landet in der Buchhaltungsabteilung

So vermeidest du, dass Tickets manuell zwischen Abteilungen verschoben werden müssen. Der Kunde schreibt einfach an die passende Adresse, und Zoho Desk erledigt den Rest.

Ticket-Management: Ordnung ins System bringen

Ticket-Felder und Status anpassen

Die Standard-Ticket-Felder in Zoho Desk sind ein guter Startpunkt, aber du solltest sie an deine Prozesse anpassen. Überprüfe zuerst die Status-Werte. Standardmäßig gibt es: Offen, In Bearbeitung, Eskaliert, Geschlossen. Für viele KMU ist es sinnvoll, weitere Status hinzuzufügen, zum Beispiel:

  • Warte auf Kundenantwort: Das Ticket liegt beim Kunden – der Agent hat eine Rückfrage gestellt
  • Warte auf Drittanbieter: Die Lösung hängt von einem externen Partner ab
  • In Prüfung: Die Lösung wurde umgesetzt, der Agent wartet auf Bestätigung

Erstelle außerdem Custom Fields für Informationen, die für dein Unternehmen wichtig sind. Beispiele: Produktlinie, Vertragstyp, betroffenes Feature, oder ob der Kunde ein SLA-relevanter Premium-Kunde ist.

Prioritäten und Kategorien

Definiere klare Prioritätsstufen mit eindeutigen Kriterien. Ich empfehle ein vierstufiges Modell:

  • Kritisch: Kompletter Systemausfall, Datenverlust, umsatzkritische Blockade – sofortige Bearbeitung erforderlich
  • Hoch: Erhebliche Einschränkung eines wichtigen Features, viele Nutzer betroffen – Bearbeitung innerhalb von 4 Stunden
  • Mittel: Funktionale Einschränkung mit Workaround, einzelne Nutzer betroffen – Bearbeitung innerhalb von 8 Stunden
  • Niedrig: Kosmetische Probleme, Feature-Wünsche, allgemeine Fragen – Bearbeitung innerhalb von 24 Stunden

Kategorien helfen dir, Tickets thematisch zu gruppieren. Typische Kategorien für ein SaaS-Unternehmen wären zum Beispiel: Abrechnung, Funktionsstörung, Feature-Anfrage, Onboarding, Account-Verwaltung. Für einen E-Commerce-Anbieter eher: Bestellung, Lieferung, Retoure, Produktfrage, Reklamation.

Ticket-Ansichten und Filter

Zoho Desk ermöglicht es dir, benutzerdefinierte Ansichten (Views) zu erstellen, die genau die Tickets anzeigen, die für einen bestimmten Kontext relevant sind. Richte für jedes Teammitglied sinnvolle Ansichten ein:

  • Meine offenen Tickets: Alle Tickets, die dem eingeloggten Agenten zugewiesen sind und noch nicht geschlossen wurden
  • Überfällige Tickets: Alle Tickets, bei denen die SLA-Frist überschritten ist
  • Unzugewiesene Tickets: Tickets, die noch keinem Agenten zugewiesen sind
  • Premium-Kunden: Alle offenen Tickets von Kunden mit Premium-Support-Vertrag

Gut konfigurierte Ansichten sparen jedem Agenten täglich Zeit, weil er nicht mehr durch eine endlose Ticketliste scrollen muss, um seine nächste Aufgabe zu finden.

SLA-Policies einrichten: Verbindlichkeit schaffen

Reaktionszeiten definieren

SLA-Policies (Service Level Agreements) sind das Rückgrat eines professionellen Kundenservice. Sie definieren, wie schnell dein Team auf eine Anfrage reagieren muss (First Response Time) und wie schnell das Problem gelöst sein muss (Resolution Time). In Zoho Desk richtest du SLAs unter Setup > Automation > SLAs ein.

Ein typisches SLA-Setup für ein KMU sieht so aus:

  • Kritische Tickets: Erste Antwort innerhalb von 1 Stunde, Lösung innerhalb von 4 Stunden
  • Hohe Priorität: Erste Antwort innerhalb von 4 Stunden, Lösung innerhalb von 8 Stunden
  • Mittlere Priorität: Erste Antwort innerhalb von 8 Stunden, Lösung innerhalb von 24 Stunden
  • Niedrige Priorität: Erste Antwort innerhalb von 24 Stunden, Lösung innerhalb von 48 Stunden

Du kannst auch verschiedene SLA-Policies für verschiedene Kundengruppen erstellen. Premium-Kunden mit einem höherwertigen Support-Vertrag bekommen schnellere Reaktionszeiten, während Kunden im Basis-Tarif etwas längere Fristen haben. Zoho Desk ordnet die richtige SLA automatisch zu – basierend auf Bedingungen, die du definierst.

Eskalationsregeln

Was passiert, wenn eine SLA-Frist bald abläuft oder bereits überschritten ist? Hier kommen Eskalationsregeln ins Spiel. Zoho Desk ermöglicht mehrstufige Eskalationen:

  • Stufe 1 (Warnung): 30 Minuten vor Ablauf der First-Response-Frist – Benachrichtigung an den zugewiesenen Agenten per E-Mail und Push-Notification
  • Stufe 2 (Eskalation): Bei Überschreitung der Frist – Benachrichtigung an den Teamleiter, Ticket wird in der Ansicht rot markiert
  • Stufe 3 (Management-Eskalation): Bei Überschreitung um mehr als 50 Prozent – Benachrichtigung an die Abteilungsleitung, automatische Neuzuweisung an einen Senior Agent

Das Ziel ist nicht, Mitarbeiter unter Druck zu setzen, sondern sicherzustellen, dass keine Kundenanfrage durch die Lücken fällt. In der Praxis führt allein die Existenz von SLA-Policies und Eskalationsregeln dazu, dass das Team disziplinierter arbeitet.

Business Hours konfigurieren

Damit die SLA-Zeiten realistisch sind, musst du deine Geschäftszeiten hinterlegen. Wenn du von Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr arbeitest, sollen Samstag und Sonntag nicht in die SLA-Berechnung einfließen. In Zoho Desk konfigurierst du das unter Setup > General > Business Hours. Du kannst auch Feiertage hinterlegen, damit diese ebenfalls nicht mitgezählt werden.

Falls du verschiedene Support-Level anbietest (z. B. 24/7-Support für Enterprise-Kunden), kannst du mehrere Business-Hours-Profile anlegen und sie den jeweiligen SLA-Policies zuordnen.

Automatisierungen: Manuelle Arbeit eliminieren

Ticket-Zuweisungsregeln

Die manuelle Zuweisung von Tickets an Agenten ist einer der größten Zeitfresser im Kundenservice. Zoho Desk bietet dir mehrere automatische Zuweisungsmethoden:

Round Robin: Tickets werden reihum an die verfügbaren Agenten verteilt. Agent A bekommt Ticket 1, Agent B bekommt Ticket 2, Agent C bekommt Ticket 3, dann wieder Agent A. Einfach und fair – ideal für Teams, in denen alle Agenten die gleichen Themen bearbeiten können.

Load Balancing: Tickets werden an den Agenten mit der aktuell geringsten Auslastung zugewiesen. Wenn Agent A gerade 12 offene Tickets hat und Agent B nur 5, bekommt Agent B das nächste Ticket. Das ist fairer als Round Robin, weil es berücksichtigt, dass manche Tickets mehr Aufwand bedeuten als andere.

Skill-basierte Zuweisung: Du kannst Agenten Skills zuordnen (z. B. "Buchhaltung", "API-Integration", "Onboarding") und Tickets automatisch an Agenten mit dem passenden Skill routen. Ein Ticket zur Rechnungsklärung geht an einen Agenten mit dem Skill "Buchhaltung", eine technische API-Frage an den Kollegen mit "API-Integration".

Workflow-Automatisierungen

Workflows sind das Herzstück der Automatisierung in Zoho Desk. Sie folgen dem Prinzip: Wenn eine bestimmte Bedingung eintritt, dann führe eine bestimmte Aktion aus. Hier sind Workflows, die ich in fast jedem Kundenprojekt einrichte:

  • Automatische Eingangsbestätigung: Wenn ein neues Ticket erstellt wird, sende eine E-Mail an den Kunden mit der Ticketnummer und der voraussichtlichen Reaktionszeit. Das schafft sofort Vertrauen.
  • Interne Benachrichtigung bei VIP-Kunden: Wenn ein Ticket von einem Kunden mit dem Tag "Premium" eingeht, benachrichtige den Account Manager im Vertrieb per E-Mail.
  • Automatische Nachfrage: Wenn ein Ticket seit 48 Stunden den Status "Warte auf Kundenantwort" hat, sende eine freundliche Erinnerungs-E-Mail an den Kunden.
  • Auto-Close: Wenn ein Ticket seit 7 Tagen im Status "Warte auf Kundenantwort" ist und keine Antwort kam, schließe das Ticket automatisch und informiere den Kunden.
  • Zufriedenheitsumfrage: Wenn ein Ticket geschlossen wird, sende nach 24 Stunden eine kurze CSAT-Umfrage (Customer Satisfaction) an den Kunden.

Macros für wiederkehrende Aktionen

Macros sind gespeicherte Aktionsbündel, die ein Agent mit einem Klick ausführen kann. Statt fünf manuelle Schritte auszuführen, klickt der Agent auf ein Macro und alles passiert gleichzeitig. Nützliche Macros für den Alltag:

  • Eskalation an Technik: Ändert die Abteilung auf "Technischer Support", setzt die Priorität auf "Hoch", fügt einen internen Kommentar hinzu und benachrichtigt den Tech-Lead
  • Weiterleitung an Vertrieb: Ändert die Abteilung auf "Vertrieb", setzt den Status auf "Offen", fügt die Kontaktdaten des Kunden als Kommentar hinzu
  • Standardantwort Retoure: Sendet eine vorformulierte E-Mail mit dem Retourenprozess und setzt den Status auf "Warte auf Kundenantwort"

Macros sparen nicht nur Zeit, sondern sorgen auch für Konsistenz. Jeder Agent führt den gleichen Prozess aus – unabhängig von Erfahrung oder Tagesform.

Knowledge Base aufbauen: Self-Service ermöglichen

Kategorien und Artikel strukturieren

Eine gut gepflegte Knowledge Base ist die effektivste Methode, um das Ticketvolumen zu reduzieren. Wenn Kunden Antworten auf ihre Fragen selbst finden können, müssen sie kein Ticket erstellen – und dein Team hat mehr Kapazität für die wirklich komplexen Anfragen.

Strukturiere deine Knowledge Base in logische Kategorien, die sich an der Perspektive des Kunden orientieren – nicht an deiner internen Organisationsstruktur. Beispiel:

  • Erste Schritte: Onboarding, Account-Einrichtung, erste Konfiguration
  • Abrechnung und Abos: Zahlungsmethoden, Rechnungen, Tarifwechsel, Kündigung
  • Produkt-Features: Anleitungen zu einzelnen Funktionen
  • Troubleshooting: Lösungen für häufige Probleme
  • API und Integrationen: Technische Dokumentation für Entwickler

Schreibe die Artikel in klarer, einfacher Sprache. Verwende Screenshots und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Und ganz wichtig: Halte die Artikel aktuell. Eine veraltete Knowledge Base ist schlimmer als gar keine, weil sie Vertrauen zerstört.

SEO für Help-Center-Artikel

Deine Knowledge-Base-Artikel können über Google gefunden werden – und das sollten sie auch. Optimiere jeden Artikel für relevante Suchbegriffe. Verwende aussagekräftige Titel, die die Frage des Kunden widerspiegeln (z. B. "Wie ändere ich meine Zahlungsmethode?" statt "Zahlungsmethoden-Verwaltung"). Schreibe Meta-Descriptions für jeden Artikel und nutze eine klare Heading-Struktur mit H2 und H3.

Der Nebeneffekt: Potenzielle Kunden, die nach Lösungen für Probleme suchen, die dein Produkt löst, landen über Google auf deinen Help-Center-Artikeln und lernen so dein Unternehmen kennen. Die Knowledge Base wird damit zu einem Inbound-Marketing-Kanal.

Self-Service-Portal einrichten

Das Self-Service-Portal in Zoho Desk ist die Kundenansicht deines Helpdesks. Kunden können dort die Knowledge Base durchsuchen, den Status ihrer Tickets einsehen und neue Tickets erstellen. Du kannst das Portal mit deinem Branding versehen – Logo, Farben, eigene Domain.

Aktiviere auch die Community-Funktion, wenn sie für dein Geschäftsmodell Sinn macht. In einer Community können Kunden untereinander Fragen beantworten und Erfahrungen teilen. Das entlastet dein Support-Team zusätzlich und schafft eine loyale Nutzer-Community.

Zoho Desk + Zoho CRM: Die Integration, die alles verbindet

Kundendaten im Ticket sehen

Die native Integration zwischen Zoho Desk und Zoho CRM ist einer der größten Vorteile, wenn du bereits im Zoho-Ökosystem bist. Nach der Aktivierung (Setup > Integrations > Zoho CRM) siehst du direkt im Ticket alle relevanten CRM-Daten des Kunden: Unternehmen, Umsatz, offene Deals, letzter Kontakt mit dem Vertrieb, Vertragsdetails.

Das ist enorm wertvoll, weil dein Support-Agent sofort den kompletten Kontext hat. Wenn ein Kunde mit einem offenen Deal über 50.000 Euro ein Support-Ticket erstellt, kann der Agent das anders priorisieren als bei einem Interessenten, der sich noch in der Evaluierungsphase befindet. Diese Kontextinformation eliminiert Rückfragen und ermöglicht bessere Entscheidungen.

Ticket-Historie im CRM anzeigen

Die Integration funktioniert auch in die andere Richtung: Im Zoho CRM sieht der Vertrieb die Support-Historie des Kunden. Wenn ein Account Manager einen Kunden anruft, sieht er sofort, ob es offene oder kürzlich geschlossene Support-Tickets gibt. Das ist Gold wert für die Kundenbeziehung.

Stell dir vor, dein Vertriebler ruft einen Kunden an, um ein Upselling-Gespräch zu führen – und der Kunde hat gerade drei offene kritische Tickets. Ohne die Integration würde der Vertriebler ins offene Messer laufen. Mit der Integration sieht er das vorher und kann den Anruf verschieben oder zuerst das Support-Thema ansprechen.

Support-Metriken im CRM-Dashboard

Über Zoho Analytics (oder die eingebauten Cross-Module-Reports) kannst du Support-Metriken direkt in dein CRM-Dashboard integrieren. Das gibt dir eine 360-Grad-Sicht auf den Kunden: Umsatz, Pipeline, und Service-Qualität in einem einzigen Dashboard.

Besonders nützlich sind diese kombinierten Metriken:

  • Kundenwert vs. Ticketvolumen: Welche deiner umsatzstärksten Kunden haben die meisten Support-Anfragen? Das kann auf Unzufriedenheit hindeuten, die du proaktiv adressieren solltest.
  • Support-Zufriedenheit vs. Renewal Rate: Gibt es eine Korrelation zwischen niedrigen CSAT-Scores und Kündigungen? Wenn ja, ist das ein Frühwarnsystem.
  • Offene Tickets bei Kunden in der Vertragsverlängerung: Wenn ein Kunde kurz vor der Vertragsverlängerung steht und offene Support-Tickets hat, sollte der Account Manager das wissen.

Reporting: Die wichtigsten Kennzahlen im Blick

First Response Time und Resolution Time

Die First Response Time (FRT) misst, wie lange es dauert, bis ein Kunde nach dem Erstellen eines Tickets die erste Antwort vom Support erhält. Die Resolution Time misst, wie lange es dauert, bis das Ticket vollständig gelöst ist. Beide Metriken sind die Grundpfeiler deines Service-Reportings.

In Zoho Desk findest du diese Metriken im Dashboard unter "Overview". Achte auf die Medianwerte, nicht auf die Durchschnittswerte – ein einzelnes Ticket, das wochenlang offen war, kann den Durchschnitt massiv verzerren. Verfolge die Trends über die Zeit: Wird dein Team schneller? Wo gibt es Ausreißer?

Customer Satisfaction (CSAT)

CSAT misst die Zufriedenheit deiner Kunden nach einer Support-Interaktion. In Zoho Desk kannst du automatisch eine Zufriedenheitsumfrage senden, wenn ein Ticket geschlossen wird. Der Kunde bewertet seine Erfahrung – typischerweise auf einer Skala von "Gut", "Okay" und "Schlecht".

Ziel sollte ein CSAT-Score von über 90 Prozent sein. Wenn der Score unter 85 Prozent fällt, hast du ein strukturelles Problem, das du adressieren musst. Analysiere die negativen Bewertungen: Gibt es Muster? Liegt es an bestimmten Themen, bestimmten Agenten oder bestimmten Uhrzeiten?

Agent Productivity

Zoho Desk bietet dir detaillierte Einblicke in die Produktivität einzelner Agenten: Anzahl der gelösten Tickets, durchschnittliche Bearbeitungszeit, CSAT-Score pro Agent, SLA-Einhaltungsrate. Nutze diese Daten nicht primär zur Kontrolle, sondern zur Unterstützung. Wenn ein Agent konstant längere Bearbeitungszeiten hat, braucht er vielleicht zusätzliche Schulung oder bearbeitet überproportional viele komplexe Tickets.

Erstelle ein wöchentliches Reporting-Dashboard mit den wichtigsten KPIs und besprich die Zahlen regelmäßig im Team. Transparenz über die eigene Leistung motiviert und hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen.

Mein Tipp: Die Einrichtung von Zoho Desk ist kein einmaliges Projekt, sondern ein iterativer Prozess. Starte mit der Grundkonfiguration, arbeite ein paar Wochen damit, und optimiere dann basierend auf den tatsächlichen Erfahrungen deines Teams. Die besten Automatisierungen und Workflows entstehen aus echten Praxisproblemen – nicht aus theoretischen Überlegungen am Whiteboard.

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Ich helfe dir, Zoho Desk so aufzusetzen, dass es von Tag eins produktiv ist – mit sauberer Kanalstruktur, durchdachten SLAs und Automatisierungen, die deinem Team wirklich Zeit sparen. In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, wo du stehst und was du brauchst.

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