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Salesforce & BI 11 Min. Lesezeit

Salesforce Reports & Dashboards: Datenbasierte Entscheidungen treffen

Die meisten Salesforce-Orgs nutzen kaum 20 % ihres Reporting-Potenzials. In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du aussagekräftige Reports und Dashboards erstellst – vom ersten Bericht bis zum Executive Dashboard.

Warum die meisten Salesforce-Orgs ihr Reporting-Potenzial verschenken

Salesforce ist ein Datenschatz. Jeder Kontakt, jede Opportunity, jede Aktivität, jeder Case – alles wird erfasst, gespeichert und steht für Analysen bereit. Und trotzdem treffen die meisten Unternehmen ihre Entscheidungen immer noch nach Bauchgefühl. Die Pipeline-Meetings basieren auf Excel-Exports, die Vertriebler pflegen ihre eigenen Schatten-Spreadsheets, und das Management bekommt bestenfalls einmal im Monat eine zusammengeklopfte PowerPoint-Präsentation mit veralteten Zahlen.

Das Problem ist selten die Plattform. Salesforce bringt von Haus aus ein extrem leistungsfähiges Reporting-Framework mit. Das Problem ist, dass niemand sich die Zeit genommen hat, es richtig aufzusetzen. In vielen Orgs gibt es hunderte Reports, die irgendwann mal erstellt und dann vergessen wurden. Dashboards existieren, aber niemand schaut sie an, weil sie die falschen Fragen beantworten oder schlicht unübersichtlich sind.

In diesem Artikel ändere ich das. Ich führe dich durch die komplette Reporting-Landschaft von Salesforce – von den Grundlagen der Report-Typen bis hin zu Best Practices für Executive Dashboards. Egal ob du gerade erst anfängst oder dein bestehendes Reporting auf das nächste Level bringen willst: Nach diesem Guide weißt du, wie du datenbasierte Entscheidungen in deinem Unternehmen verankerst.

Report-Typen verstehen: Die Grundlage für alles

Bevor du deinen ersten Report erstellst, musst du verstehen, welche Report-Typen Salesforce anbietet. Der Report-Typ bestimmt, welche Daten du abfragen kannst und wie sie strukturiert werden. Es gibt vier grundlegende Formate, und jedes hat seinen spezifischen Einsatzzweck.

Tabular Reports

Tabular Reports sind die einfachste Form: eine flache Liste von Datensätzen, vergleichbar mit einer Excel-Tabelle. Du wählst Felder aus, filterst die Ergebnisse, und bekommst eine Zeilen-Spalten-Ansicht. Tabular Reports eignen sich hervorragend für Detaillisten – zum Beispiel alle offenen Opportunities eines bestimmten Vertrieblers, alle Leads der letzten 30 Tage oder alle Accounts ohne zugewiesenen Owner. Der Nachteil: Tabular Reports unterstützen keine Gruppierungen und keine Charts. Sie sind die Basis, aber für echte Analysen brauchst du mehr.

Summary Reports (mit Gruppierungen)

Summary Reports sind der Arbeitspferd-Typ, den du am häufigsten einsetzen wirst. Sie erlauben es, Datensätze nach einem oder mehreren Feldern zu gruppieren und Zusammenfassungen zu berechnen. Ein klassisches Beispiel: Alle Opportunities gruppiert nach Stage, mit der Summe der Expected Revenue pro Stage. Oder alle Cases gruppiert nach Priority und Status. Summary Reports unterstützen bis zu drei Gruppierungsebenen und sind die Grundlage für die meisten Dashboard-Komponenten. Wenn du nur einen Report-Typ meistern willst, dann diesen.

Matrix Reports (Kreuztabellen)

Matrix Reports gehen einen Schritt weiter: Sie gruppieren Daten sowohl in Zeilen als auch in Spalten und erzeugen so eine Kreuztabelle. Denk an eine Pivot-Tabelle in Excel. Ein typisches Beispiel: Opportunities nach Stage (Zeilen) und Close Month (Spalten), mit der Summe des Betrags in jeder Zelle. Oder Cases nach Priority (Zeilen) und Monat (Spalten). Matrix Reports sind ideal, wenn du zwei Dimensionen gleichzeitig analysieren willst. Sie sind etwas komplexer zu erstellen, aber enorm aussagekräftig.

Joined Reports (mehrere Objekte)

Joined Reports sind die mächtigste und gleichzeitig am wenigsten genutzte Variante. Sie erlauben es, bis zu fünf Report-Blöcke in einem einzigen Report zu kombinieren – auch über verschiedene Objekte hinweg. Damit kannst du zum Beispiel in einem Report gleichzeitig Opportunities, Cases und Aktivitäten zu einem Account anzeigen. Oder du vergleichst die Pipeline des aktuellen Quartals mit der des Vorquartals nebeneinander. Joined Reports haben einige Einschränkungen (kein Bucket Field Support, keine Cross-Block-Formeln), aber für bestimmte Use Cases sind sie unverzichtbar.

How-to: Deinen ersten Report erstellen

Genug Theorie – lass uns einen Report bauen. Ich führe dich Schritt für Schritt durch den Prozess im Lightning Report Builder.

Report Builder öffnen und Report Type wählen

Navigiere in Salesforce zu Reports (über den App Launcher oder die Navigation) und klicke auf New Report. Als Erstes wählst du den Report Type. Der Report Type bestimmt, auf welche Objekte und Felder du zugreifen kannst. Für einen typischen Vertriebs-Report wählst du "Opportunities" oder "Opportunities with Contact Roles". Für einen Service-Report wählst du "Cases" oder "Cases with Activities". Der Report Type ist die wichtigste Entscheidung, die du triffst – wähle ihn sorgfältig, denn nachträglich ändern geht nicht.

Tipp: Wenn die Standard-Report-Types nicht ausreichen, kannst du unter Setup > Report Types eigene Custom Report Types erstellen. Dazu mehr im Abschnitt zu erweiterten Funktionen.

Felder hinzufügen und anordnen

Im Report Builder siehst du links das Feld-Panel mit allen verfügbaren Feldern. Ziehe die gewünschten Felder per Drag & Drop in die Spalten deines Reports. Überlege dir: Welche Informationen braucht der Empfänger dieses Reports? Weniger ist mehr – ein Report mit 20 Spalten ist unübersichtlich. Fokussiere dich auf die 5 bis 8 wichtigsten Felder. Typische Felder für einen Opportunity-Report: Opportunity Name, Account Name, Stage, Amount, Close Date, Owner.

Filter setzen (Standard, Cross, Row-Level)

Filter sind das Herzstück eines guten Reports. Salesforce bietet drei Arten von Filtern:

  • Standard-Filter: Diese sind immer verfügbar und umfassen "Show Me" (z. B. "My Opportunities" vs. "All Opportunities"), "Date Field" und "Date Range". Setze den Date Filter sinnvoll – ein Report ohne Datumseinschränkung kann Tausende von Datensätzen zurückgeben und wird langsam.
  • Field Filters: Damit filterst du nach beliebigen Feldwerten. Zum Beispiel: Stage equals "Negotiation, Proposal" oder Amount greater than 10.000. Du kannst bis zu 20 Field Filters kombinieren und mit AND/OR-Logik verknüpfen.
  • Cross Filters: Die geheime Waffe. Cross Filters erlauben es, nach verwandten Objekten zu filtern, ohne sie in den Report einzubeziehen. Zum Beispiel: "Accounts WITH Opportunities" oder "Contacts WITHOUT Activities in the last 30 days". Damit findest du Lücken in deinen Daten – etwa Accounts, die keine offenen Opportunities haben.
  • Row-Level Filters: Damit begrenzt du die Anzahl der angezeigten Zeilen, zum Beispiel "Top 10 by Amount". Nützlich für Ranking-Reports.

Gruppierungen und Zusammenfassungen (SUM, AVG, MAX, MIN)

Um einen Summary oder Matrix Report zu erstellen, musst du mindestens eine Gruppierung definieren. Klicke auf Group Rows und wähle das Feld, nach dem du gruppieren willst – zum Beispiel "Stage" oder "Owner". Du kannst bis zu drei Gruppierungsebenen hinzufügen. Für Matrix Reports definierst du zusätzlich eine Spalten-Gruppierung über Group Columns.

Sobald du Gruppierungen hast, kannst du Zusammenfassungen berechnen. Klicke auf den Pfeil neben einem numerischen Feld und wähle Summarize. Die verfügbaren Funktionen sind:

  • SUM: Summe aller Werte in der Gruppe – ideal für Umsatz, Pipeline-Volumen oder Anzahl.
  • AVG: Durchschnitt – nützlich für durchschnittliche Deal-Größe oder durchschnittliche Bearbeitungszeit.
  • MAX: Höchster Wert – zum Beispiel der größte Deal in einer Stage.
  • MIN: Niedrigster Wert – zum Beispiel die kürzeste Time-to-Close.

Du kannst auch Summary Formulas erstellen, die auf diesen Zusammenfassungen basieren. Damit berechnest du zum Beispiel eine Win-Rate (Won Opportunities / Total Closed Opportunities * 100) oder einen gewichteten Pipeline-Wert.

Bedingte Hervorhebung

Ein oft übersehenes Feature: Bedingte Hervorhebung (Conditional Highlighting). Damit kannst du Zusammenfassungswerte farblich markieren, basierend auf Schwellenwerten. Zum Beispiel: Pipeline-Wert unter 100.000 Euro in Rot, zwischen 100.000 und 500.000 Euro in Gelb, über 500.000 Euro in Grün. Das macht Reports auf einen Blick lesbar und lenkt die Aufmerksamkeit auf kritische Bereiche. Du findest diese Option unter dem Dropdown-Menü des Reports.

How-to: Dashboard erstellen

Reports liefern die Daten – Dashboards machen sie sichtbar. Ein Dashboard in Salesforce ist eine Sammlung von visuellen Komponenten, die jeweils auf einem Report basieren. Lass uns eins bauen.

Dashboard-Komponenten (Charts, Gauges, Tables, Metrics)

Navigiere zu Dashboards und klicke auf New Dashboard. Gib ihm einen aussagekräftigen Namen und wähle einen Ordner. Im Dashboard Builder kannst du Komponenten hinzufügen. Jede Komponente basiert auf einem Report und zeigt dessen Daten in einer bestimmten Visualisierung:

  • Charts: Bar Charts (horizontal/vertikal), Line Charts, Donut Charts, Funnel Charts, Scatter Plots. Die häufigste Wahl für die meisten Anwendungsfälle.
  • Gauges: Zeigen einen einzelnen Wert im Verhältnis zu einem Zielwert an – perfekt für Zielerreichung (z. B. "75 % des Quartalsziels erreicht").
  • Tables: Tabellarische Darstellung direkt im Dashboard – gut für Top-Listen oder Detail-Übersichten.
  • Metrics: Ein einzelner großer Zahlenwert – zum Beispiel "Gesamte Pipeline: 2,4 Mio. Euro". Ideal als KPI-Headline über dem Dashboard.

Wähle die Visualisierung, die die Botschaft deiner Daten am besten transportiert. Faustregel: Vergleiche zwischen Kategorien zeigst du mit Bar Charts, Trends über Zeit mit Line Charts, Anteile mit Donut Charts und Fortschritt mit Gauges.

Dynamische Dashboards (Running User)

Standardmäßig zeigt ein Salesforce Dashboard die Daten aus der Perspektive eines festgelegten "Running User". Das bedeutet: Alle Betrachter sehen dieselben Daten – nämlich die, die der Running User sehen darf. Das ist in vielen Fällen nicht gewünscht.

Mit Dynamischen Dashboards siehst du stattdessen die Daten aus der Perspektive des angemeldeten Users. Ein Vertriebsleiter sieht die Daten seines Teams, ein einzelner Vertriebler nur seine eigenen Opportunities. Ein Dashboard, viele Perspektiven. Dynamische Dashboards erfordern Enterprise Edition oder höher und werden in den Dashboard Properties aktiviert. Sie sparen enorm viel Arbeit, weil du nicht für jeden User oder jedes Team ein separates Dashboard bauen musst.

Dashboard-Filter

Dashboard-Filter erlauben es dem Betrachter, die angezeigten Daten interaktiv zu filtern – ohne das Dashboard selbst zu bearbeiten. Du kannst bis zu drei Filter pro Dashboard definieren. Typische Beispiele: Filter nach Region, Produktlinie oder Zeitraum. Dashboard-Filter werden oben im Dashboard als Dropdown-Menüs angezeigt. Beim Erstellen eines Filters wählst du das Feld und die verfügbaren Werte. Achte darauf, dass die zugrunde liegenden Reports das gefilterte Feld enthalten – sonst greift der Filter nicht.

Mobile-optimierte Dashboards

Immer mehr Vertriebler nutzen Salesforce mobil. Achte deshalb beim Dashboard-Design auf Mobile-Tauglichkeit. Salesforce passt Dashboards automatisch an kleinere Bildschirme an, aber du kannst nachhelfen: Verwende maximal drei Spalten, wähle Visualisierungen, die auch auf kleinen Screens funktionieren (Metrics und Gauges statt komplexer Matrix-Charts), und teste dein Dashboard in der Salesforce Mobile App. Ein Dashboard, das nur auf dem Desktop funktioniert, wird von der Hälfte deines Teams ignoriert.

Praxisbeispiel: Vertriebs-Dashboard

Genug Theorie – lass uns ein konkretes Vertriebs-Dashboard zusammenbauen, das in der Praxis funktioniert. Dieses Dashboard beantwortet die fünf wichtigsten Fragen, die ein Vertriebsleiter jeden Morgen hat.

Pipeline nach Stage (Funnel Chart)

Der Report dahinter: Summary Report auf Opportunities, gruppiert nach Stage, mit SUM auf Amount. Gefiltert auf offene Opportunities (Stage != Closed Won, Closed Lost). Im Dashboard als Funnel Chart dargestellt. Auf einen Blick siehst du, wie viele Opportunities in welcher Phase stecken und wo die Pipeline dünn wird. Wenn die "Proposal"-Stage fast leer ist, weißt du, dass in zwei Monaten ein Umsatzloch droht.

Monatlicher Umsatz vs. Ziel (Gauge)

Report: Summary Report auf Closed-Won Opportunities des aktuellen Quartals, mit SUM auf Amount. Im Dashboard als Gauge-Komponente mit definiertem Zielwert (z. B. Quartalsziel 500.000 Euro). Die drei Farbzonen setzt du auf: Rot (0-60 %), Gelb (60-90 %), Grün (90-120 %). So sieht jeder sofort, ob das Team auf Kurs ist.

Win/Loss-Rate nach Quelle (Stacked Bar)

Report: Summary Report auf geschlossene Opportunities (Won + Lost), gruppiert nach Lead Source, mit einer Summary Formula für die Win-Rate. Im Dashboard als Stacked Bar Chart dargestellt, mit Won und Lost als Segmente. So identifizierst du auf einen Blick, welche Lead-Quellen die besten Conversion-Rates liefern. Wenn "Webinar"-Leads eine Win-Rate von 40 % haben und "Cold Call"-Leads nur 8 %, weißt du, wo du dein Marketing-Budget investieren solltest.

Top 10 Opportunities (Table)

Report: Tabular Report auf offene Opportunities, sortiert nach Amount absteigend, mit Row Limit auf 10. Felder: Opportunity Name, Account, Amount, Close Date, Stage, Owner. Im Dashboard als Table-Komponente. Dieses Widget gibt dem Vertriebsleiter sofort einen Überblick über die wichtigsten Deals. In Kombination mit dem Close Date sieht er, welche großen Deals bald schließen sollten – und kann gezielt nachfassen.

Aktivitäten pro Vertriebler (Bar Chart)

Report: Summary Report auf Activities (Tasks und Events), gruppiert nach Assigned To, mit Record Count. Gefiltert auf die letzten 7 oder 30 Tage. Im Dashboard als Horizontal Bar Chart. Dieses Widget zeigt die Aktivitätsverteilung im Team. Es geht nicht darum, Mikromanagement zu betreiben, sondern darum, Muster zu erkennen: Wenn ein Vertriebler plötzlich deutlich weniger Aktivitäten hat, könnte das auf ein Problem hindeuten. Oder wenn ein Top-Performer überdurchschnittlich viele Aktivitäten loggt, kann das Team von seinem Ansatz lernen.

Praxisbeispiel: Management-Dashboard

Während das Vertriebs-Dashboard für den operativen Alltag gebaut ist, braucht das Management eine strategischere Sicht. Hier sind drei Komponenten, die auf keinem Management-Dashboard fehlen sollten.

Forecast-Übersicht

Report: Matrix Report auf Opportunities, gruppiert nach Owner (Zeilen) und Forecast Category (Spalten: Pipeline, Best Case, Commit, Closed), mit SUM auf Amount. Dieser Report gibt dem Management einen vollständigen Überblick über die erwarteten Umsätze pro Vertriebler und Forecast-Kategorie. Im Dashboard als Stacked Bar Chart dargestellt, sieht man sofort, wer solide committed hat und wo noch Unsicherheit herrscht. In Kombination mit dem Quartalsziel ergibt sich ein klares Bild der Zielerreichungswahrscheinlichkeit.

Lead-Conversion-Funnel

Report: Summary Report auf Leads und Opportunities (Joined Report), der den gesamten Funnel abbildet: Leads Created, Leads Qualified (Converted), Opportunities Created, Opportunities Won. Im Dashboard als Funnel Chart. Diese Visualisierung zeigt dem Management, wo im Funnel die größten Drop-offs stattfinden. Wenn von 1.000 Leads nur 50 konvertiert werden, liegt das Problem in der Lead-Qualifizierung. Wenn die Conversion von Opportunity zu Won bei nur 10 % liegt, muss der Vertriebsprozess optimiert werden.

Durchschnittliche Deal-Dauer

Report: Summary Report auf Closed-Won Opportunities, gruppiert nach Monat oder Quartal, mit AVG auf einem Formula Field "Days to Close" (Close Date - Created Date). Im Dashboard als Line Chart über die letzten 12 Monate. Dieser Trend zeigt dem Management, ob sich die Sales-Zyklen verkürzen oder verlängern. Ein ansteigender Trend kann auf Marktveränderungen, Preisprobleme oder ineffiziente Vertriebsprozesse hindeuten. Ein fallender Trend bestätigt, dass Prozessoptimierungen greifen.

Erweiterte Funktionen für Power-User

Wenn du die Grundlagen beherrschst, gibt es einige fortgeschrittene Features, die dein Reporting auf das nächste Level heben.

Custom Report Types erstellen

Die Standard-Report-Types decken die gängigsten Szenarien ab, aber manchmal brauchst du mehr. Unter Setup > Report Types kannst du eigene Report Types erstellen, die spezifische Objekt-Beziehungen abbilden. Zum Beispiel: "Accounts mit Opportunities und Aktivitäten" oder "Contacts mit Cases und zugehörigen Produkten". Beim Erstellen definierst du ein primäres Objekt und bis zu drei verwandte Objekte. Für jede Beziehung legst du fest, ob sie "with" (innerer Join – nur Datensätze mit Verknüpfung) oder "with or without" (äußerer Join – auch Datensätze ohne Verknüpfung) sein soll. Diese Unterscheidung ist entscheidend: "Accounts with Opportunities" zeigt nur Accounts, die Opportunities haben. "Accounts with or without Opportunities" zeigt alle Accounts – auch die ohne Opportunities.

Bucket Fields für Ad-hoc-Gruppierungen

Bucket Fields sind ein fantastisches Feature, das viel zu selten genutzt wird. Damit kannst du Feldwerte direkt im Report in benutzerdefinierte Kategorien gruppieren – ohne ein neues Feld auf dem Objekt zu erstellen. Beispiel: Du hast ein Feld "Annual Revenue" auf dem Account. Mit einem Bucket Field erstellst du Kategorien wie "Kleinkunde (0-100k)", "Mittelstand (100k-1M)" und "Enterprise (1M+)". Diese Buckets kannst du dann als Gruppierung verwenden. Das Geniale: Bucket Fields existieren nur im Report und verändern deine Datenstruktur nicht. Perfekt für schnelle Ad-hoc-Analysen, die kein Custom Field rechtfertigen.

Analytische Snapshots (Historische Daten tracken)

Ein häufiges Problem in Salesforce: Reports zeigen immer nur den aktuellen Stand. Wenn du die Pipeline von letzter Woche mit der von heute vergleichen willst, hast du ein Problem – die alten Daten sind überschrieben. Die Lösung: Reporting Snapshots (auch Analytische Snapshots genannt). Damit kannst du einen Report regelmäßig (täglich, wöchentlich, monatlich) ausführen und die Ergebnisse in einem Custom Object speichern. Über die Zeit entsteht so ein historischer Datensatz, den du für Trend-Analysen nutzen kannst. Typischer Use Case: Wöchentlicher Snapshot der Pipeline-Summe pro Stage, um Pipeline-Bewegungen über Wochen und Monate hinweg zu analysieren.

Report-Abonnements und Scheduling

Reports müssen nicht manuell aufgerufen werden. Mit Report Subscriptions kannst du Reports automatisch per E-Mail versenden lassen – täglich, wöchentlich oder monatlich. Klicke dazu im Report auf Subscribe. Du legst den Zeitplan fest, die Empfänger und optional Bedingungen (z. B. "nur senden, wenn der Report Ergebnisse hat" oder "nur senden, wenn ein bestimmter Wert einen Schwellenwert überschreitet"). So bekommt dein Vertriebsleiter jeden Montagmorgen automatisch den Pipeline-Report ins Postfach, und das Management erhält am Quartalsende den Forecast-Report – ohne dass jemand daran denken muss.

Salesforce Reports vs. Tableau CRM (Einstein Analytics)

Eine Frage, die immer wieder kommt: Reichen die Standard-Reports und Dashboards, oder brauche ich Tableau CRM (ehemals Einstein Analytics, jetzt CRM Analytics)?

Die Antwort hängt von deinen Anforderungen ab. Standard-Reports und Dashboards reichen für 80 % aller Unternehmen völlig aus. Sie sind in jeder Salesforce-Edition enthalten, einfach zu erstellen und zu warten, und decken die gängigsten Analyse-Szenarien ab. Für operative Reports, Management-Dashboards und Standard-KPIs brauchst du nichts anderes.

Tableau CRM wird dann relevant, wenn du fortgeschrittene Analysen brauchst: Prädiktive Modelle, komplexe Datenverknüpfungen über mehrere Quellen hinweg (nicht nur Salesforce), interaktive Explorationen mit Drill-Down über beliebig viele Ebenen, oder Datentransformationen, die über die Möglichkeiten von Report Formulas hinausgehen. Tableau CRM ist eine eigenständige Analytics-Plattform innerhalb von Salesforce mit eigenem Datenmodell, eigenen Dashboards und eigenen Abfragesprachen (SAQL, SDL).

Meine Empfehlung: Starte immer mit Standard-Reports und Dashboards. Erst wenn du an konkrete Grenzen stößt – etwa wenn du externe Datenquellen einbinden willst, prädiktive Analysen brauchst oder die Performance bei sehr großen Datenmengen zum Problem wird – evaluiere Tableau CRM. Die Zusatzkosten (ca. 75-150 Euro pro User/Monat) lohnen sich nur, wenn du das Tool auch wirklich ausreizt.

Best Practices: 7 Tipps für bessere Reports und Dashboards

Zum Abschluss meine bewährtesten Tipps aus zahlreichen Salesforce-Projekten:

  • 1. Beginne mit der Frage, nicht mit dem Tool. Bevor du einen Report erstellst, formuliere die Frage, die er beantworten soll. "Welche Lead-Quellen liefern die höchste Conversion-Rate?" ist eine gute Frage. "Ich möchte einen Report über Leads" ist keine. Wenn du die Frage nicht in einem Satz formulieren kannst, brauchst du wahrscheinlich mehrere Reports.
  • 2. Weniger ist mehr bei Dashboards. Ein Dashboard mit 15 Komponenten ist ein Dashboard, das niemand nutzt. Beschränke dich auf 6 bis 8 Komponenten pro Dashboard, die jeweils eine klare Botschaft vermitteln. Wenn du mehr Metriken tracken willst, erstelle mehrere thematisch fokussierte Dashboards statt eines All-in-One-Monsters.
  • 3. Nutze Ordnerstrukturen konsequent. Erstelle eine klare Ordnerstruktur für Reports und Dashboards: nach Team (Vertrieb, Marketing, Service), nach Zweck (Operativ, Management, Ad-hoc) oder nach Frequenz (Täglich, Wöchentlich, Monatlich). Vergib Zugriffsrechte über Folder Sharing, nicht über individuelle Freigaben. Räume regelmäßig auf und lösche veraltete Reports.
  • 4. Setze immer einen sinnvollen Datumsfilter. Reports ohne Datumsfilter geben alle Daten zurück – das ist fast nie das, was du willst. Nutze relative Datumsfilter ("THIS QUARTER", "LAST 90 DAYS") statt fester Daten, damit der Report immer aktuell bleibt, ohne dass du ihn manuell anpassen musst.
  • 5. Dokumentiere deine Reports. Nutze das Description-Feld, um kurz zu beschreiben, was der Report zeigt, für wen er gedacht ist und welche Filter gesetzt sind. Dein zukünftiges Ich (und deine Kollegen) werden es dir danken. Ein Report ohne Beschreibung wird in sechs Monaten ein Rätsel sein.
  • 6. Teste mit unterschiedlichen Rollen. Bevor du ein Dashboard an das Management schickst, teste es aus verschiedenen Perspektiven. Melde dich als ein anderer User an (oder nutze den "View As"-Modus) und überprüfe, ob die richtigen Daten angezeigt werden. Besonders bei Dynamischen Dashboards ist das wichtig – Sharing Rules und Role Hierarchy beeinflussen, was jeder User sieht.
  • 7. Iteriere basierend auf Feedback. Das erste Version eines Dashboards ist nie perfekt. Veröffentliche es, sammle Feedback vom Team ("Welche Frage beantwortet dieses Dashboard nicht?"), und optimiere iterativ. Die besten Dashboards entstehen durch kontinuierliche Verbesserung, nicht durch perfekte Planung im Vorfeld.
Profi-Tipp: Erstelle für jedes Dashboard ein zugehöriges "Source Reports"-Folder, in dem alle Reports liegen, die das Dashboard speisen. Benenne die Reports einheitlich, zum Beispiel mit dem Präfix des Dashboards: "Sales-DB: Pipeline by Stage", "Sales-DB: Monthly Revenue". So findest du die zugehörigen Reports sofort und verhinderst, dass jemand versehentlich einen Report löscht, der ein Dashboard speist.

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