HubSpot Sequences: Vertriebsautomatisierung Schritt für Schritt
Du willst deine Vertriebskommunikation automatisieren, ohne dabei den persönlichen Touch zu verlieren? HubSpot Sequences sind genau dafür gemacht. In diesem Guide zeige ich dir, wie du Sequences erstellst, personalisierst und mit konkreten Praxisbeispielen sofort einsetzt.
Einleitung: Was sind Sequences und wie unterscheiden sie sich von Workflows?
Wenn du mit HubSpot arbeitest, stolperst du schnell über zwei Begriffe, die auf den ersten Blick dasselbe zu tun scheinen: Sequences und Workflows. Beide automatisieren Kommunikation, beide verschicken E-Mails, beide sparen dir Zeit. Aber die Unterschiede sind fundamental, und wenn du sie nicht verstehst, wirst du das falsche Tool für den falschen Zweck einsetzen.
Sequences sind ein Sales-Tool. Sie leben im Sales Hub und werden von einzelnen Vertriebsmitarbeitern genutzt. Eine Sequence ist eine Abfolge von personalisierten E-Mails und Aufgaben, die automatisch nacheinander ausgeführt werden, sobald du einen Kontakt enrollst. Der entscheidende Punkt: Jede E-Mail wird aus dem Postfach des jeweiligen Vertrieblers verschickt – nicht von einer Marketing-Adresse, sondern als persönliche 1:1-E-Mail. Das bedeutet, dass der Empfänger die E-Mail so erhält, als hätte der Vertriebler sie manuell geschrieben und auf "Senden" geklickt.
Workflows hingegen sind ein Marketing- und Operations-Tool. Sie leben im Marketing Hub bzw. Operations Hub und arbeiten mit Marketing-E-Mails, die über die HubSpot-Infrastruktur verschickt werden. Workflows können deutlich komplexere Logik abbilden: If/then-Branches, Verzögerungen basierend auf Kontakteigenschaften, parallele Pfade, interne Benachrichtigungen und vieles mehr. Aber sie verschicken Marketing-E-Mails – mit Abmeldelink, von einer zentralen Absenderadresse, und sie fühlen sich für den Empfänger auch so an.
Die Faustregel ist einfach: Wenn du als Vertriebler persönlich mit einem Kontakt kommunizieren willst und dabei Zeit sparen möchtest, nutze Sequences. Wenn du skalierbare Marketing-Kommunikation an hunderte oder tausende Kontakte gleichzeitig senden willst, nutze Workflows. Sequences sind das Skalpell, Workflows die Gießkanne.
Sequences erstellen: E-Mails, Tasks und Delays
Eine Sequence besteht aus drei Bausteinen: automatisierten E-Mails, Aufgaben (Tasks) und Verzögerungen (Delays). Zusammen ergeben sie eine zeitgesteuerte Abfolge von Vertriebsaktivitäten, die automatisch ablaufen, sobald du einen Kontakt einschreibst.
So erstellst du deine erste Sequence
Navigiere zu Automatisierung > Sequences und klicke auf "Sequence erstellen". Du kannst mit einer leeren Sequence starten oder eine der HubSpot-Vorlagen verwenden. Ich empfehle dir, mit einer leeren Sequence zu beginnen – so verstehst du die Mechanik besser als bei einem vorgefertigten Template.
Gib deiner Sequence einen aussagekräftigen Namen. Nicht "Meine Sequence 1", sondern etwas wie "Cold Outreach – SaaS-Entscheider – Q4 2025". Je spezifischer der Name, desto einfacher findest du die richtige Sequence später wieder, wenn du zwanzig oder dreißig verschiedene hast.
E-Mail-Schritte hinzufügen
Klicke auf das Plus-Symbol und wähle "Automatisierte E-Mail". HubSpot öffnet den E-Mail-Editor, in dem du Betreff und Body deiner E-Mail schreibst. Du kannst hier Personalisierungstoken verwenden (dazu gleich mehr), Formatierungen nutzen und sogar Dokumente oder Meeting-Links einbetten. Jede E-Mail in einer Sequence wird als persönliche E-Mail verschickt – HTML-Newsletter-Layouts sind hier fehl am Platz. Schreibe so, wie du eine echte E-Mail an einen Geschäftskontakt schreiben würdest.
Task-Schritte hinzufügen
Neben E-Mails kannst du auch Aufgaben in deine Sequence einbauen. Ein Task-Schritt erstellt automatisch eine Aufgabe in deiner HubSpot-Aufgabenliste. Typische Beispiele: "Kontakt auf LinkedIn connecten", "Anrufen und Bezug auf letzte E-Mail nehmen" oder "Unterlagen per Post schicken". Tasks sind perfekt für die Touchpoints, die sich nicht automatisieren lassen – aber die du trotzdem nicht vergessen willst.
Delays konfigurieren
Zwischen jedem Schritt legst du eine Verzögerung fest. Der Delay bestimmt, wie viele Geschäftstage oder Kalendertage zwischen zwei Schritten vergehen sollen. Außerdem kannst du ein Zeitfenster definieren, in dem die E-Mails verschickt werden – zum Beispiel nur zwischen 8:00 und 18:00 Uhr an Werktagen. Das ist wichtig, denn eine E-Mail um 3 Uhr nachts wirkt unprofessionell und landet außerdem mit höherer Wahrscheinlichkeit im Spam.
Eine typische Delay-Struktur für eine Cold-Outreach-Sequence sieht so aus: Erste E-Mail sofort, zweite E-Mail nach 3 Geschäftstagen, Task (Anruf) nach 2 weiteren Tagen, dritte E-Mail nach 4 Tagen, letzte E-Mail nach 5 Tagen. Insgesamt erstreckt sich die Sequence über etwa zwei bis drei Wochen – lang genug für mehrere Touchpoints, kurz genug, um nicht zu nerven.
E-Mail-Templates für Sequences schreiben
Die E-Mail-Templates sind das Herzstück jeder Sequence. Du kannst die genialste Automatisierung aufbauen – wenn deine E-Mails schlecht sind, wird niemand antworten. Hier sind die Prinzipien, die sich in der Praxis bewährt haben.
Betreffzeile: Kurz, relevant, ohne Clickbait
Die Betreffzeile entscheidet, ob deine E-Mail geöffnet wird. Im B2B-Kontext funktionieren kurze, direkte Betreffzeilen am besten. Vermeide Großbuchstaben, Ausrufezeichen und alles, was nach Newsletter riecht. Gute Betreffzeilen klingen so, als würdest du einem Kollegen schreiben: "Kurze Frage zu eurem Vertriebsprozess", "Idee für [Firmenname]" oder "Folgend auf unser Gespräch".
Body: Kurz halten, Mehrwert liefern, klare Handlungsaufforderung
Deine E-Mail sollte maximal 4-6 Sätze lang sein. Niemand liest im Vertrieb lange E-Mails von Fremden. Die Struktur ist immer gleich: Anknüpfungspunkt (warum schreibst du genau dieser Person?), Mehrwert (was hat der Empfänger davon?), Call-to-Action (was soll der Empfänger tun?). Ein Beispiel:
"Hallo {{contact.firstname}}, ich habe gesehen, dass ihr bei [Firmenname] gerade euer Vertriebsteam aufbaut. Wir helfen B2B-Unternehmen dabei, ihren Sales-Prozess in HubSpot abzubilden und die Pipeline-Sichtbarkeit deutlich zu verbessern. Hättest du nächste Woche 15 Minuten für einen kurzen Austausch?"
Follow-up-E-Mails: Bezug nehmen, nicht wiederholen
Die größte Gefahr bei Sequences ist, dass jede Follow-up-E-Mail wie eine Kopie der vorherigen klingt. Jede weitere E-Mail muss einen neuen Blickwinkel bieten. In der zweiten E-Mail kannst du zum Beispiel eine Case Study teilen, in der dritten eine konkrete Zahl oder ein Ergebnis nennen, und in der letzten E-Mail klar kommunizieren, dass es der letzte Kontaktversuch ist – das sogenannte "Break-up E-Mail", das überraschend oft eine Antwort provoziert.
Personalisierung mit Tokens
Personalisierung ist der Unterschied zwischen einer E-Mail, die gelesen wird, und einer, die sofort gelöscht wird. HubSpot bietet dir dafür Personalisierungstoken – Platzhalter, die beim Versand automatisch durch die tatsächlichen Kontaktdaten ersetzt werden.
Standard-Token
Die wichtigsten Token, die du kennen solltest:
- {{contact.firstname}} – Der Vorname des Kontakts. Unverzichtbar für die Anrede.
- {{contact.lastname}} – Der Nachname. Nützlich für formellere Anreden.
- {{contact.company}} – Der Firmenname. Perfekt, um zu zeigen, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast.
- {{contact.jobtitle}} – Die Berufsbezeichnung. Hilft, die E-Mail auf die Rolle des Empfängers zuzuschneiden.
- {{sender.firstname}} – Dein eigener Vorname als Absender.
Default-Werte festlegen
Nicht bei jedem Kontakt sind alle Felder befüllt. Wenn du {{contact.firstname}} verwendest und das Feld leer ist, steht in der E-Mail einfach nichts – das sieht unprofessionell aus. Deshalb solltest du immer einen Default-Wert definieren. In HubSpot machst du das so: {{contact.firstname | "dort"}}. Falls kein Vorname hinterlegt ist, steht in der E-Mail "Hallo dort" statt "Hallo ". Nicht elegant, aber besser als ein leerer Platz.
Erweiterte Personalisierung
Über die Standard-Token hinaus kannst du jedes Custom Property als Token verwenden. Wenn du also ein Feld "Branche" oder "Letzte Interaktion" in deinen Kontaktdaten pflegst, kannst du diese Werte direkt in deine Sequence-E-Mails einbauen. Je mehr relevante Daten du im CRM hast, desto persönlicher werden deine automatisierten E-Mails. Das klingt paradox, ist aber der Schlüssel: Gute Automatisierung fühlt sich nicht automatisiert an.
Enrollment: Kontakte in Sequences aufnehmen
Die beste Sequence bringt nichts, wenn niemand darin eingeschrieben ist. Das Enrollment – also das Aufnehmen von Kontakten in eine Sequence – kannst du auf verschiedene Arten durchführen.
Manuelles Enrollment
Der einfachste Weg: Du öffnest einen Kontaktdatensatz in HubSpot, klickst auf "Enroll in Sequence" und wählst die gewünschte Sequence aus. Vor dem Enrollment kannst du die E-Mail-Templates noch individuell anpassen – zum Beispiel einen spezifischen Satz über das letzte Gespräch einfügen oder einen Bezug zu einem LinkedIn-Post herstellen. Dieses manuelle Fine-Tuning ist das, was Sequences von Massen-E-Mails unterscheidet.
Bulk Enrollment
Du kannst auch mehrere Kontakte gleichzeitig enrollen. Gehe dafür in deine Kontaktliste, markiere die gewünschten Kontakte (maximal 50 auf einmal), klicke auf "Enroll in Sequence" und wähle die Sequence aus. Achtung: Beim Bulk Enrollment hast du weniger Möglichkeiten zur individuellen Anpassung. Stelle also sicher, dass deine Templates generisch genug geschrieben sind, um für alle ausgewählten Kontakte zu passen.
Automatisches Enrollment über Workflows
Hier wird es richtig spannend: Du kannst einen Workflow erstellen, der Kontakte automatisch in eine Sequence enrollt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Zum Beispiel: Wenn ein Kontakt ein Whitepaper herunterlädt und als MQL klassifiziert wird, wird er automatisch in die "Follow-up nach Download"-Sequence eingeschrieben. Das kombiniert die Skalierbarkeit von Workflows mit der persönlichen Note von Sequences.
Unenrollment-Regeln
Genauso wichtig wie das Enrollment ist das Unenrollment. HubSpot bietet automatische Unenrollment-Trigger: Standardmäßig wird ein Kontakt aus der Sequence entfernt, wenn er auf eine E-Mail antwortet oder ein Meeting bucht. Du kannst weitere Trigger definieren – zum Beispiel Unenrollment, wenn ein Deal erstellt wird oder wenn der Kontakt eine bestimmte Lifecycle-Stage erreicht. Konfiguriere diese Regeln sorgfältig, denn nichts ist peinlicher, als einem Kontakt eine "Bist du noch interessiert?"-E-Mail zu schicken, nachdem er gerade einen Vertrag unterschrieben hat.
Praxisbeispiel: Cold-Outreach-Sequence für B2B
Genug Theorie. Lass uns eine konkrete Sequence aufbauen, die du direkt übernehmen und anpassen kannst. Dieses erste Beispiel ist eine klassische Cold-Outreach-Sequence für die B2B-Neukundenakquise.
Ziel und Kontext
Du hast eine Liste potenzieller Kunden recherchiert, die gut zu deinem Angebot passen, aber noch keinen Kontakt zu dir hatten. Ziel ist es, ein erstes Gespräch zu vereinbaren. Die Sequence erstreckt sich über 14 Geschäftstage und umfasst 4 E-Mails und 2 Tasks.
Aufbau der Sequence
- Tag 1 – E-Mail 1 (Erstkontakt): Kurze Vorstellung, konkreter Anknüpfungspunkt (z.B. ein LinkedIn-Beitrag oder eine Pressemitteilung des Unternehmens), ein Satz zum Mehrwert, Frage nach einem 15-Minuten-Gespräch. Betreff: "Kurze Frage zu [Thema]".
- Tag 4 – E-Mail 2 (Mehrwert): Kein Bezug auf die erste E-Mail ("Ich wollte nur nachfragen..."), sondern ein neuer Blickwinkel. Teile eine relevante Case Study, einen Brancheninsight oder eine konkrete Zahl. Betreff: "Idee für {{contact.company}}".
- Tag 7 – Task (LinkedIn-Kontakt): Aufgabe: "{{contact.firstname}} auf LinkedIn connecten und kurze persönliche Nachricht senden". Der Multi-Channel-Ansatz erhöht die Sichtbarkeit.
- Tag 9 – E-Mail 3 (Social Proof): Nenne ein konkretes Ergebnis, das du für einen vergleichbaren Kunden erzielt hast. Zahlen wirken. "Wir haben für [Referenzkunde] die Antwortrate um 40 % gesteigert" ist stärker als "Wir helfen Unternehmen, besser zu werden".
- Tag 11 – Task (Anruf): Aufgabe: "{{contact.firstname}} anrufen – Bezug auf E-Mails nehmen". Manchmal braucht es den direkten Draht.
- Tag 14 – E-Mail 4 (Break-up): Die Abschluss-E-Mail. Kommuniziere klar, dass du nicht weiter schreiben wirst, und lass die Tür offen. "Ich möchte dich nicht weiter belästigen. Falls das Thema in Zukunft relevant wird, melde dich gerne." Diese E-Mail hat erfahrungsgemäß die höchste Antwortrate.
Praxisbeispiel: Follow-up-Sequence nach Demo
Dieses Beispiel ist für die Phase nach einem Erstgespräch oder einer Produktdemo. Der Kontakt kennt dich bereits, hat Interesse gezeigt, aber noch keine Entscheidung getroffen. Ziel ist es, den Deal voranzutreiben, ohne aufdringlich zu wirken.
Aufbau der Sequence
- Tag 0 – E-Mail 1 (Zusammenfassung): Direkt nach der Demo verschickst du eine Zusammenfassung der besprochenen Punkte, die nächsten Schritte und – falls zutreffend – ein individuelles Angebot oder eine Präsentation als Anhang. Diese E-Mail ist keine automatisierte Massenmail, sondern du passt sie vor dem Enrollment individuell an. Betreff: "Zusammenfassung unseres Gesprächs".
- Tag 3 – E-Mail 2 (Mehrwert-Content): Teile einen relevanten Artikel, eine Case Study oder ein kurzes Video, das zur besprochenen Herausforderung passt. Kein Verkauf, sondern echten Nutzen stiften. "Passend zu unserem Gespräch – dieser Artikel zeigt, wie [Referenzkunde] das gleiche Problem gelöst hat."
- Tag 5 – Task (Check-in Anruf): Aufgabe: "{{contact.firstname}} anrufen und nach offenen Fragen fragen". Ein kurzer Anruf signalisiert echtes Interesse und gibt dir die Möglichkeit, Einwände direkt zu entkräften.
- Tag 8 – E-Mail 3 (Nächster Schritt): Frage direkt nach dem nächsten Schritt. "Wie sieht euer interner Entscheidungsprozess aus? Gibt es noch andere Stakeholder, die wir einbeziehen sollten?" Diese E-Mail hilft dir zu verstehen, wo der Deal gerade steht.
- Tag 12 – E-Mail 4 (Sanfter Push): Falls noch keine Antwort kam: "Ich möchte sicherstellen, dass das Thema nicht untergeht. Passt es dir nächste Woche für einen kurzen Call?" Keine Vorwürfe, kein Druck – einfach eine freundliche Erinnerung mit konkretem Terminvorschlag.
Der entscheidende Unterschied zur Cold-Outreach-Sequence: Hier ist der Ton wärmer, die E-Mails sind länger, und du hast mehr Kontext, den du nutzen kannst. Referenziere spezifische Punkte aus dem Gespräch – das zeigt, dass du zugehört hast und dass die E-Mail nicht generisch ist.
Praxisbeispiel: Re-Engagement-Sequence für inaktive Leads
In jedem CRM gibt es sie: Die Kontakte, die irgendwann Interesse gezeigt haben, aber dann verstummt sind. Sie haben vielleicht ein Whitepaper heruntergeladen, an einem Webinar teilgenommen oder sogar ein Erstgespräch geführt – aber dann ist der Kontakt eingeschlafen. Die Re-Engagement-Sequence weckt diese schlafenden Leads auf.
Wann ist ein Lead "inaktiv"?
Definiere zunächst, was "inaktiv" für dich bedeutet. Ein guter Ausgangspunkt: Der letzte Kontakt (E-Mail, Anruf, Meeting) liegt mehr als 90 Tage zurück, und es gibt keinen offenen Deal. In HubSpot kannst du diese Bedingung über eine aktive Liste abbilden und die betroffenen Kontakte systematisch identifizieren.
Aufbau der Sequence
- Tag 1 – E-Mail 1 (Wiederanknüpfung): Nimm Bezug auf die letzte Interaktion. "Hallo {{contact.firstname}}, wir hatten uns im [Monat] über [Thema] unterhalten. Seitdem hat sich bei uns einiges getan – unter anderem [neue Funktion / neuer Service / neues Ergebnis]. Wäre das Thema für dich aktuell wieder relevant?" Der Schlüssel ist, dass du einen neuen Anlass mitbringst – nicht einfach nur "Hey, ich wollte mal nachfragen".
- Tag 5 – E-Mail 2 (Neuer Impuls): Teile etwas Konkretes: Ein neues Feature, eine aktuelle Branchenstudie, ein frisches Kundenergebnis. Gib dem Kontakt einen Grund, sich erneut mit dem Thema zu beschäftigen.
- Tag 8 – Task (LinkedIn-Check): Aufgabe: "LinkedIn-Profil von {{contact.firstname}} prüfen – hat sich die Position geändert? Gibt es relevante Posts oder Firmennews?" Diese Recherche hilft dir, die letzte E-Mail zu personalisieren.
- Tag 12 – E-Mail 3 (Letzte Chance): Die ehrliche E-Mail: "Ich möchte respektvoll mit deiner Zeit umgehen. Falls [Thema] aktuell keine Priorität hat, verstehe ich das. Soll ich mich in ein paar Monaten nochmal melden, oder kann ich dich aus meiner Liste nehmen?" Diese Offenheit wird respektiert und führt überraschend oft zu einer Antwort – entweder ein klares "Ja, melde dich im Q2" oder ein "Stimmt, lass uns reden".
Reporting und Optimierung von Sequences
Eine Sequence aufzusetzen ist nur der Anfang. Der eigentliche Wert entsteht durch kontinuierliche Optimierung auf Basis der Daten, die HubSpot dir liefert.
Die wichtigsten Kennzahlen
HubSpot zeigt dir für jede Sequence und jeden einzelnen Schritt detaillierte Metriken:
- Enrollment-Rate: Wie viele Kontakte wurden insgesamt eingeschrieben? Wenn die Zahl niedrig ist, liegt es nicht an der Sequence, sondern an deiner Akquise-Pipeline.
- Öffnungsrate: Wie viel Prozent der verschickten E-Mails wurden geöffnet? Benchmark im B2B: 40-60 % sind gut, über 60 % exzellent. Niedrige Öffnungsraten deuten auf schlechte Betreffzeilen oder eine falsche Zielgruppe hin.
- Klickrate: Wenn du Links in deinen E-Mails hast – wie oft werden sie geklickt? Bei Sequence-E-Mails ist die Klickrate weniger wichtig als bei Marketing-E-Mails, weil das Ziel eine Antwort ist, kein Klick.
- Antwortrate: Die Königsmetrik für Sequences. Wie viel Prozent der enrollten Kontakte antworten? Benchmark: 5-15 % bei Cold Outreach, 20-40 % bei Follow-up-Sequences. Wenn du unter diesen Werten liegst, überarbeite deine E-Mail-Templates.
- Meeting-Rate: Wie viele enrollte Kontakte buchen ein Meeting? Das ist letztlich die Kennzahl, die zählt – denn ein Meeting war in den meisten Fällen das Ziel der Sequence.
- Bounce-Rate: Wie viele E-Mails konnten nicht zugestellt werden? Eine hohe Bounce-Rate deutet auf veraltete E-Mail-Adressen hin. Bereinige deine Daten regelmäßig.
A/B-Testing von Sequences
HubSpot bietet kein natives A/B-Testing für Sequences. Aber du kannst es manuell umsetzen: Erstelle zwei Varianten derselben Sequence (z.B. mit unterschiedlichen Betreffzeilen oder unterschiedlichem E-Mail-Copy), enrolle jeweils die Hälfte deiner Zielgruppe in Variante A und B, und vergleiche nach 2-3 Wochen die Ergebnisse. Achte darauf, dass die Kontakte in beiden Gruppen vergleichbar sind – gleiche Branche, ähnliche Unternehmensgröße, ähnliche Position.
Iteration: Wann und wie du anpasst
Plane alle zwei Wochen einen kurzen Review-Termin ein, in dem du die Performance deiner aktiven Sequences prüfst. Schau dir an, bei welchem Schritt die meisten Kontakte aus der Sequence fallen, welche E-Mails die höchste Antwortrate haben und ob die Meeting-Rate deinen Erwartungen entspricht. Basierend auf diesen Daten passt du einzelne E-Mails an, veränderst Delays oder tauschst ganze Schritte aus.
Ein häufiger Fehler: Teams erstellen eine Sequence, enrollen Kontakte und schauen dann nie wieder auf die Daten. Sequences sind kein "Set it and forget it"-Tool. Sie sind ein lebendiger Bestandteil deines Vertriebsprozesses, der sich ständig weiterentwickeln sollte. Die besten Vertriebsteams, die ich kenne, haben ihre Sequences über Monate iteriert – und die Antwortrate dabei von 4 % auf über 18 % gesteigert.
Fazit: Sequences sind dein Vertriebshebel
HubSpot Sequences sind eines der mächtigsten Tools im Sales Hub – wenn du sie richtig einsetzt. Sie erlauben dir, persönliche 1:1-Kommunikation in großem Maßstab zu betreiben, ohne dass jede einzelne E-Mail manuell geschrieben werden muss. Aber sie ersetzen keine gute Vertriebsstrategie. Sequences automatisieren die Ausführung, nicht das Denken. Du brauchst klare Zielgruppen, überzeugende E-Mail-Texte und eine saubere Datenbasis im CRM – dann werden Sequences zu deinem stärksten Vertriebshebel.
Fang mit einer einzigen Sequence an – zum Beispiel der Cold-Outreach-Sequence aus diesem Guide. Enrolle 20-30 Kontakte, beobachte die Ergebnisse, optimiere die E-Mails und skaliere dann. Besser eine perfektionierte Sequence als zehn halbgare. Und denk daran: Die beste Automatisierung ist die, die sich nicht wie Automatisierung anfühlt.
HubSpot Sequences einrichten – mit Unterstützung
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